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Womit füllst du meinen Napf?

Über die Vor- und Nachteile von Trocken- und Feuchtfutter sowie Rohfütterung.

Reihen wir die drei genannten Fütterungsmöglichkeiten nach ihrer Qualität und Verdaulichkeit, dann befindet sich die Rohfütterung an erster Stelle, gefolgt vom Nassfutter und als letztes das Trockenfutter. Aber warum ist das so?

 

Trockenfutter hat eine sehr schlechte Verdaulichkeit. Der Hund benötigt etwa 15 Std. zur Verdauung von Trockenfutter, dies belastet den Verdauungsapparat und zugleich auch den kompletten Körper, weil der Hund hier mehr Energie aufwenden muss. Weiters ist Trockenfutter aufgrund der starken Erhitzung, als „totes“ Futter zu sehen – sämtliche Nährstoffe im Futter werden abgetötet, welche in künstlicher Form wieder beigefügt werden müssen. Ebenso wird beinahe der komplette Wasseranteil aus dem Futter entzogen. Trockenfutter hat nur einen geringen Wasseranteil von 6-10%, wodurch der Hund viel größere Wassermengen trinken muss, um seinen Wasserhaushalt aufrechtzuerhalten. Trinkt ein Hund nicht ausreichend Wasser, dann belastet dies die Nieren, sodass es über kurz oder lang zu Nierenschäden kommen kann.

 

Es gibt jedoch auch hochwertigeres Trockenfutter, welches kaltgepresst wird – das Erhitzen unter Druck fällt hier weg. Das Problem bei dieser Variante ist, dass auch hier das Futter auf ca. 80° erhitzt wird und ebenso wichtige Nährstoffe abgetötet werden, jedoch aufgrund der geringeren Hitze werden bei diesem Trockenfutter nicht alle Keime abgetötet, wodurch das Futter eine geringere Haltbarkeit aufweist.

Egal, welche Variante von Trockenfutter in den Napf kommt, bei beiden besteht ein sehr hoher Getreideanteil, was wiederum Allergien auslösen kann. Einziger Vorteil beim Trockenfutter ist, dass die Fütterung weniger Zeit in Anspruch nimmt und somit auch leichter im Handling ist. Ebenso ist Trockenfutter meist auch kostengünstiger und hat eine bessere Lagerfähigkeit.

 

Feuchtfutter hat im Gegenzug zum Trockenfutter einen höheren Wasseranteil (77-81%) und einen höheren Fleischanteil. Jedoch muss auch Feuchtfutter haltbar gemacht werden, sodass auch hier durch die Erhitzung wichtige Nährstoffe verloren gehen, sodass die Nährstoffe auch hier wieder in künstlicher Form hinzugefügt werden müssen. Darüber hinaus werden künstlich hinzugefügte Vitamine oft überdosiert, welches gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Ebenso wird bei Feuchtfutter oft Soja als Eiweißquelle hinzugefügt (gepresstes Soja sind dann u.a. als sogenannte Fleischstückchen im Futter zu finden). Und zu guter Letzt dürfen die Geschmacksverstärker nicht fehlen, hierfür wird oft Zucker oder Karamell verwendet.

 

Leider ist bei Fertigfutter (egal ob Trocken- oder Feuchtfutter) meist die Futterzusammensetzung lückenhaft. In den meisten Fällen tricksen die Futtermittelhersteller bei der Auflistung der Futterzusammensetzung auch, um das Futter und dessen Inhaltsstoffe besser dastehen zu lassen. Als Käufer kann man da nur sehr schwer nachvollziehen, was nun wirklich in der Dose oder dem Sack drinnen steckt.

 

Im Gegenzug zu Trocken- und Feuchtfutter ist die Rohfleischfütterung mit einer auf den Hund zugeschnittenen Mischung aus rohem Fleisch, Gemüse und Kohlehydrate die natürlichste Form. Hier entscheiden Herrli oder Frauli selbst, was genau in den Napf kommt – kein Soja, keine Konservierungsmittel, keine Geschmacksverstärker, keine künstlichen Vitamine, etc.. Vor allem bei Unverträglichkeiten kann besser auf die Bedürfnisse des Hundes eingegangen werden, wobei nicht jeder Hund die Rohfleischfütterung verträgt. Die Rohfütterung nimmt mehr Zeit in Anspruch: Herrli oder Frauli müssen sich mit dieser Form der Fütterung richtig auseinandersetzen und auch die tägliche Fütterung dauert länger. Aber im Gegenzug dazu verringert diese Fütterungsform die Bildung von Zahnstein und Mundgeruch. Ebenso scheidet der Hund weniger Kot aus, da das Futter hochwertiger ist und demnach mehr verwerten kann. Aber auch die Gefahr von Darmparasiten wird verringert. Im Großen und Ganzen dankt es der Hund mit einer besseren Gesundheit, was wiederum den Gang zum Tierarzt minimiert.