Lektion 1

Grundlegendes zum Blickkontakt

Möchtest auch du einen aufmerksamen Hund?

 

Dann ist der Blickkontakt eine der wichtigsten Verhaltensweisen zwischen dir und deinem Hund. Deswegen möchte ich dir in dieser Lektion alles Wissenswerte über den Blickkontakt näherbringen.

Stell dir den Blickkontakt am besten als unsichtbares Band zwischen dir und deinem Hund vor. Denn durch den Blickkontakt bleibt dein Hund stets in Kontakt mit dir, um so auf mögliche Signale (Richtungswechsel, Stehenbleiben, Rückruf...) besser reagieren zu können. Zusätzlich wird dein Hund durch den regelmäßigen Blickkontakt nicht so schnell von Außenreizen (Wildgerüche, andere Menschen, andere Hunde...) „eingefangen“ und abgelenkt.

Wir unterscheiden zwischen spontanem Blickkontakt und Blickkontakt auf Signal.

 

Die passende Videolektion dazu findest du unter der Rubrik Vodcast weiter unten.


Spontaner Blickkontakt

Beim spontanen Blickkontakt hält dein Hund selbstständig den Kontakt zu dir. Diese Form der Aufmerksamkeit ist als eine Art Nachfragen zu verstehen und dient so dem Informationsaustausch. Zum einen versichert sich dein Hund, dass er in deiner Nähe bleibt. Zum anderen fragt er aber auch nach, ob du wichtige Informationen für ihn hast. Das kann ein Richtungswechsel sein, aber auch andere Signale oder Hinweise, die für ihn relevant sein könnten.

 

Durch dieses selbstständige Kontakthalten ergeben sich in eurem Alltag aber auch viele weitere Vorteile. So stärkt ihr damit eure Bindung, aber auch das Vertrauen zueinander. Denn der Blickkontakt zeigt, dass sich dein Hund für dich interessiert und umgekehrt. Dies gibt zugleich Sicherheit und festigt euer Zusammengehörigkeitsgefühl. All das sind wichtige Faktoren für eine zuverlässige Partnerschaft. 

Der selbstständige Blickkontakt ist für uns Menschen jedoch nicht immer so eindeutig erkennbar. Während der Blickkontakt bei selbstsicheren Hunden oft wie ein Schlag ins Gesicht ist, neigen sehr sensible und vorsichtige Hunde eher dazu, den Blickkontakt sehr versteckt zu halten. So ist die Art, wie dein Hund den Blickkontakt zu dir hält, auch von seiner Persönlichkeit, seinen Vorerfahrungen und seinem Kommunikationsverhalten abhängig. In diesem Fall ist eine gute Beobachtungsgabe wichtig, um auch diese feinen Blickkontaktsignale nicht zu übersehen. 

 

Damit dein Hund auch später weiterhin selbstständig den (Blick)Kontakt zu dir hält, solltest du regelmäßig darauf eingehen, indem du den Blickkontakt erwiderst. Das kann ein einfaches Lob oder ab und zu eine Belohnung sein. Du kannst diesen Moment aber auch für ein Signal, einen Richtungswechsel oder ein kleines Spiel nutzen. Durch die Erwiderung, in welcher Form auch immer, signalisierst du deinem Hund, dass sein Blickkontakt Sinn macht.

 

Du möchtest nun diese Form der Aufmerksamkeit bei deinem Hund weiter ausbauen? Perfekt, dann hab ich hier ein ganz tolles Spiel für dich und deinen Hund. 

 

Die passende Videolektion dazu findest du wieder unter der Rubrik Vodcast weiter unten. 

 

 

AUFGABE: Das Blickfang-Spiel

Suche dir eine ablenkungsfreie Umgebung (Wiese, Feldweg, Garten…).

Schnapp dir ein paar Futterstücke, die dein Hund ganz toll findet und eine Schleppleine. Im Garten geht’s auch ohne Leine. Jetzt sind deine Aufmerksamkeit und dein Timing gefragt.

Jedes Mal, wenn dein Hund in deine Richtung sieht (direktes ansehen ist noch nicht notwendig) lobst du ihn und er bekommt ein Futterstück. Dein Hund darf währenddessen selbstverständlich die Umgebung erkunden und seiner Beschäftigung nachgehen, aber er sollte ab und zu nach dir Ausschau halten.

Ist dies nicht der Fall, dann hilf deinem Hund, indem du ihn mit seinem Namen ansprichst. Sobald er dich ansieht lobst du ihn und gibst ihm das Futterstück. Du wirst merken, dass dein Hund irgendwann – das geht in der Regel recht schnell - von sich aus beginnen wird, nachzusehen, ob du Lust hast, mit ihm zu kommunizieren. 

 

Sieh dir dazu auch mein Lernvideo "Das Blickfang-Spiel" an. 

 

 


Blickkontakt auf Signal

Wie du dir schon denken kannst, handelt es sich beim Blickkontakt auf Signal um ein Signal, das du deinem Hund gibst, damit er dich just in diesem Moment ansieht. Das kann ein Wort oder aber auch ein Geräusch (zB ein Zungenschnalzen,...) sein. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Aufmerksamkeits- oder auch Umlenksignal.

 

Dies kann in vielen eurer Alltagssituationen sehr hilfreich sein, um die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich zu lenken, wenn er es von sich aus einmal doch nicht schaffen sollte. Wie beispielsweise bei einer Hundebegegnung. Aber auch, wenn du deinem Hund ein Signal geben möchtest (im Freilauf, beim Training etc.), macht es oftmals Sinn, vorher seinen Blick einfangen zu können. So kannst du dir sicher sein, dass du seine Aufmerksamkeit hast und dein Signal auch wahrgenommen wird.

 

Die passende Videolektion dazu findest du wieder unter der Rubrik Vodcast weiter unten. 

 

Wie du mit deinem Hund das Blickkontakt-Signal aufbaust zeige ich dir in meinem Video "Vom Blickkontakt zum Signal"

 

Dieses findest du unter der Rubrik Lernvideos weiter unten. 



Vodcast



Praxisvideos


 

Häufig gestellte Fragen


Sind „Versteckspiele“ beim Spaziergang sinnvoll, um dem Hund dadurch zu zeigen, dass er auf mich achten muss?

Man sieht und hört es oft. Menschen, die sich ins Gebüsch werfen oder sich anderswo verstecken, während der Hund mit seiner Umgebung beschäftigt ist. Der Hintergedanke dabei ist, dass dem Hund so gezeigt wird, uns gegenüber aufmerksamer zu sein.

Hiervon rate ich aber dringlichst ab, da du deinen Hund damit unnötig in Angst vielleicht sogar in Panik versetzt. Die Folge ist ein Hund, der sich womöglich gar nicht mehr von deiner Seite traut und so den Spaziergang nicht mehr entspannt wahrnehmen kann. Es könnte aber auch so aussehen, dass dein Hund lernt, sich auf dich nicht verlassen zu können und dadurch noch weniger den Kontakt zu dir hält.

Kurz und knapp gesagt, ist diese Art der Verhaltenskonditionierung schlecht für das Vertrauen sowie die sichere Bindung zwischen dir und deinem Hund und kann ungewollte Verhaltensweisen (Jagd-, Stressverhalten, Distanzvergrößerung, Unaufmerksamkeit) bei deinem Hund hervorrufen.

 


 

QUIZ Challenge


Mit dieser kleinen Wissenskontrolle kannst du nun das soeben Gelernte wiederholen.